Leben im Kinderhaus

Alle Kinder und Jugendlichen im Kinderhaus haben gemeinsam, dass sie – aus ganz unterschiedlichen Gründen – derzeit nicht in ihrer Familie leben können. Wer im Kinderhaus mit leben möchte, tut dies freiwillig, weil er oder sie merkt, dass es zu Hause gerade nicht mehr funktioniert und eine räumliche Trennung für alle Beteiligten eine Chance sein kann.
Um diese Chance zu nutzen, ist es wichtig, dass man sich auf die Kinderhausgemeinschaft einlassen kann. Wir versuchen, allen Kindern und Jugendlichen ein Zuhause zu schaffen, in dem sie sich wohlfühlen können. Das bedeutet, dass wir alle Anliegen, Freuden und Sorgen der Kinder und Jugendlichen ernst nehmen und dass wir respektvoll und achtsam miteinander umgehen. Wir unternehmen viel gemeinsam (Ausflüge, Ferienreise), aber es soll auch jeder die Zeit für sich haben, die er braucht.
Und obwohl wir im Kinderhaus durch die beiden Damen unserer Hauswirtschaft gut versorgt werden, müssen wir auch alle im Haushalt ein bisschen mithelfen.

Die Kinder und Jugendlichen leben in drei Wohnhäusern auf dem Gelände des Kinderhauses.
Im sogenannten „alten Haus“ sind die Zimmer der Jungen, die Küche und das gemeinsame Esszimmer. Im „neuen Haus“ wohnen die Mädchen. Dort befindet sich außerdem der gemeinsame Schulraum, in dem die Kinder und Jugendlichen ihre Hausaufgaben machen können. Im Kinderhaus bewohnen die Kinder und Jugendlichen in der Regel Einzelzimmer, nur in Ausnahmefällen muss man das Zimmer am Anfang teilen.
Die Jugendlichen der Trainingswohngruppe leben in den oberen beiden Etagen eines Zweifamilienhauses, das durch den Garten mit den Haupthäusern verbunden ist. Im Erdgeschoss lebt ein Mitarbeiter des Kinderhauses mit seiner Familie.
Alle Häuser sind von einem großen parkähnlichen Gelände umgeben, indem es zahlreiche Spiel- und Sportmöglichkeiten gibt.

Der Tag läuft bei uns wie in einer großen Familie ab. Die Jüngeren werden morgens geweckt, die Älteren stehen in der Regel selbständig auf. Gefrühstückt wird in der gemeinsamen Küche, da die Schulwege unterschiedlich lang sind, herrscht ein reges Kommen und Gehen.
Auch wenn die Kinder und Jugendlichen aus der Schule zurückkommen, führt der erste Weg oft in die Küche. Was gibt es heute zu essen? Zumeist treffen unsere beiden Damen von der Hauswirtschaft den Geschmack aller und gestärkt geht es an die Hausaufgaben. Und wenn es sonst keine weiteren Termine gibt, verbringen die Kinderhausbewohner den Rest des Tages wie andere Kinder und Jugendliche auch: Die Jüngeren spielen, bei schönem Wetter auch gerne in unserem großen Garten, die Älteren gehen in die Stadt oder „chillen“ einfach ein bisschen. Selbstverständlich werden auch Freunde und Freundinnen besucht oder ins Kinderhaus eingeladen.
Die schönsten Tage der Woche sind auch bei uns am Wochenende. Wir unternehmen viel gemeinsam, Ausflüge – besonders ins Schwimmbad – sind sehr beliebt.
Am unternehmungslustigsten sind wir in den Ferien. Eindrücke von unseren spannenden Reisen sind unter „Aktuelles“ und in der „Bildergalerie“ zu finden.